Balkonkraftwerk anmelden

Balkonkraftwerke werden heutzutage immer beliebter. Sie bieten auch Menschen ohne Eigenheim eine Möglichkeit, durch Solarenergie Strom zu sparen. Es gibt jedoch eine Reihe an Regularien und Vorschriften, die man beim Anmelden einer Balkon PV-Anlage beachten muss. Wir erklären, wie man ein Balkonkraftwerk vorschriftsgemäß anmeldet und welche Aspekte wichtig sind.

Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Ja. Ein Balkonkraftwerk muss angemeldet werden, vor allem im Marktstammdatenregister und auch beim Netzbetreiber. Wird im Marktstammdatenregister keine Anmeldung vorgenommen, kann es theoretisch zu Bußgeldern kommen. Zudem prüft der Netzbetreiber bei einer Anmeldung, ob der Stromzähler eventuell getauscht werden muss. Der Betrieb der Mini PV-Anlage ist aber nicht von der Genehmigung des Netzbetreibers abhängig. Wie man sich anmelden muss, erfolgt nach den Vorgaben des Betreibers.

Wie melde ich mein Balkonkraftwerk an?

Balkonkraftwerk beim Netzbetreiber anmelden:

Es ist empfehlenswert erst die Anmeldung beim Netzbetreiber und dann beim Marktstammdatenregister zu machen. Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht kompliziert: Meist ist der Betreiber das örtliche Stadtwerk oder Energieversorger.   Prinzipiell benötigt man kein formelles Schreiben, doch viele Anbieter oder die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie bieten ausfüllbare Formulare an. Bei manchen Anbietern ist die Anmeldung sogar Online möglich.

Solltest du deinen Netzbetreiber nicht kennen, gibt es drei Möglichkeiten, wie du diesen ermitteln kannst:

Nein. Die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister ist für dich kostenlos.

Die Anmeldung dauert nur wenige Minuten. Du musst lediglich das (Online-)Formular ausfüllen und die gewünschten Daten eingeben. Auch die Anmeldung ins Marktstammdatenregister wird nur einige Minuten in Anspruch nehmen.

Balkonkraftwerk beim Marktstammdatenregister anmelden:

Innerhalb eines Monats muss die Mini PV-Anlage bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden.
Hierfür sind einige Schritte notwendig, um die Anmeldung vorschriftsgemäß durchführen zu können.

Du kannst dich jederzeit wieder in das Programm einloggen und Änderungen vornehmen.

Was für Folgen hat eine Nichtanmeldung der Balkonkraftwerks?

Eine Nichtanmeldung beim Netzbetreiber hat meist nur einen Erinnerungsbrief zur Folge, sodass man die Anmeldung nachholen kann. Tatsächlich merken – durch den hohen Eigenverbrauch – die Netzbetreiber jedoch selten, dass man seine Anlage nicht angemeldet hat.
 
Eine versäumte Anmeldung im Marktstammdatenregister ist hierbei weitaus gewichtiger. Denn, nach §21 der Marktstammdatenregisterverordnung ist ein Bußgeld in dreistelliger Höhe fällig, sollte man die Anmeldung vergessen. Es zählt somit als Ordnungswidrigkeit.

Muss ich meinem Vermieter ein Balkonkraftwerk melden?

Man sollte vor der Installation einer Balkon PV-Anlage immer mit dem Vermieter, Gebäudeeigentümer und/oder der Wohnungseigentümergemeinschaft sprechen. Das ist üblicherweise eine reine Formalität, denn er darf die Inbetriebnahme nur in Ausnahmefällen verbieten. Zum Beispiel wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Außerdem dürfen die Balkonkraftwerke weder andere Mieter stören noch das Gebäude beschädigen. Vermietende können zudem verlangen, dass der Aufbau von Fachpersonal durchgeführt wird.
 
Diese Regelungen sollen in Zukunft jedoch etwas aufgeweicht werden.
Bis 2024 soll es gesetzliche Neuregelungen zu Balkonkraftwerken geben.

Muss der Zähler ausgetauscht werden?

Ein zweiter Zähler ist meist nicht zwingend nötig. Die Bundesnetzagentur schreibt zwar vor, dass jede Stromeinspeisung und -entnahme gemessen werden muss, aber lediglich zu Informationszwecken.
 
Das einzige Problem stellen ältere Ferraris-Zähler dar: Diese laufen durch die Einspeisung rückwärts. Bei der Anmeldung des Balkonkraftwerks kümmert sich der Netzbetreiber darum, dass ein neuer Zähler eingebaut wird. Hierfür darf der Betreiber keine Kosten in Rechnung stellen, da solche Dienstleistungen bereits im jährlichen Messpreis mit inbegriffen sind.

Wie groß darf das Balkonkraftwerk sein?

Derzeit sind in Deutschland nur 600 Watt Kraftwerke erlaubt. Dabei kommt es auf den Wechselrichter an. Wer also ein 800 Watt Balkonkraftwerk kauft, hat meist einen 600 Watt Wechselrichter – es ist also erlaubt, da es um die Leistung geht, die in die Steckdose fließt.
 
Ab Anfang 2024 sollen jedoch Anlagen bis 800 Watt erlaubt sein, so wie es in anderen europäischen Ländern bereits üblich ist. Bei mehr als 600 Watt ist keine einfache Anmeldung mehr möglich, da sie dann als reguläre Solaranlagen gelten. In diesem Fall darf man sie nicht selbst installieren und es gelten andere steuerliche Vorgaben.

Vorschriften und Regelungen zu Balkonkraftwerken

Auch für Balkonkraftwerke gelten bestimmte Vorschriften und Regelungen, die eingehalten werden müssen.
 
2-Richtungs-Zähler: Möchte man eine Mini PV-Anlage bei sich anschließen, muss man einen 2-Richtungs-Zähler einbauen, wenn man keinen hat. Dieser wird vom Netzbetreiber getauscht, sobald man das Kraftwerk anmeldet. Balkonkraftwerke sind oft für den Eigenverbrauch gedacht, verbraucht man nun weniger Strom als man produziert, wird er dann ins öffentliche Stromnetz geleitet.
 
Steckerverbindung: Laut VDE-Norm ist eine spezielle Einspeisesteckdose (Wieland-Steckdose) empfohlen, jedoch nicht verpflichtend. Sie gilt als besonders sicher. Das reguläre Steckersystem mit Schuko-Stecker ist legal und ebenfalls sicher. Von einem Balkonkraftwerk mit Schuko-Stecker geht kein größeres Risiko aus als mit einem Wieland-Stecker.
 
Mitteilungspflicht Selbstversorger: Da die Leistung einer Balkon-Solaranlage unter einem Kilowatt liegt und sie nur für den Eigenverbrauch gedacht sind, entfällt die Mitteilungspflicht. Normalerweise müssen Betreiber einer Solaranlage regelmäßig ihrer Pflicht der Mitteilung über die Leistung der Anlagen nachgehen.
 
Förderungen: Immer mehr Kommunen, Landkreise und einzelne Bundesländer fördern Stecker-Solargeräte durch Zuschüsse. Im Schnitt etwa 200€ pro Anlage. Versorger und Netzbetreiber vereinfachen die Anmeldung und bewerben aktiv Anlagen, damit immer mehr Menschen sich für ein Balkonkraftwerk entscheiden. Manchmal sind diese Förderbedingungen jedoch mit bestimmten Anforderungen verknüpft. Etwa der Einsatz einer speziellen Einspeisesteckdose, die Überprüfung der Installation durch einen Elektriker oder die Übernahme der Kosten für einen neuen Zähler. Diese Punkte müssen zwingend umgesetzt werden, wenn man ohne Probleme die Förderung erhalten möchte.

Zudem fallen die Mini-Solaranlagen unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), weshalb sie bei Einspeisung ins Netz Anspruch auf eine Einspeisevergütung haben. Fast alle Netzbetreiber verlangen jedoch, dass man bei der Anmeldung auf dieses Recht verzichtet. Doch auch wenn es nur ein minimaler Betrag ist, lohnt es sich für viele, diese Vergütung zu erhalten. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb die Ausbezahlung der gesetzlich geregelten Vergütung.

Gesetzliche Änderungen bei Balkonkraftwerken 2024

Der Gesetzesentwurf, der vom Kabinett beschlossen wurde, zeigt klar: Balkonkraftwerke sollen auch in Zukunft mehr gefördert werden. Wenn der Bundestag zustimmt, wird es zum 1. Januar 2024 in Kraft treten.
 
Bereits jetzt gilt ein vereinfachtes Anmeldeverfahren für Anlagen bis zu 600 Watt. Anlagenbetreiber können die Anmeldung ohne Unterschrift einer Elektrofachkraft einreichen und selbst installieren. Weitere geplante Maßnahmen sind unter anderem:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Es ist eine Mini Photovoltaik- bzw. Solar-Anlage, die man per Stecker bei sich in der Wohnung anschließen kann. Sie erzeugt, wie eine normale Solaranlage auch, Strom durch Sonnenenergie. Sie besteht aus einem oder mehreren PV-Modulen und einem Wechselrichter.

Im Prinzip gibt es keinen. Das Balkonkraftwerk ist um einiges kleiner und speziell für Balkone ausgelegt. In Deutschland kann man derzeit Anlagen bis zu 600 Watt betreiben.

Nein. Es gelten die gleichen Rechte wie für reguläre Anlagen in derselben Leistungsgröße auch. Man hat grundsätzlich auch die gleichen Pflichten.