Amortisierung – Kosten und Erträge deines Balkonkraftwerks berechnen

Mini-Solaranlagen – das sind kleine Photovoltaik-Anlagen, auch „Balkonkraftwerke“ genannt – kosten zunehmend weniger. Seit 2006 reduzierte sich die Anschaffung um beträchtliche 75 Prozent! Gleichzeitig werden die Geräte immer besser. Für immer weniger Geld erhältst du immer mehr Strom. Dadurch rechnet sich eine Solaranlage auch deutlich früher (Amortisierung), ab dann machst du quasi Profit, indem du überschüssigen Strom per Einspeisevergütung verkaufst.
 
Außerdem werden solche – sogenannten Steckersolargeräte – in den meisten Städten und Gemeinden gefördert, was die Anschaffungskosten nochmal verringert. Und natürlich reduzierst du nicht nur deine Kosten, sondern auch CO2-Emmissionen. In Kombination mit einem Stromspeicher bist du außerdem sehr unabhängig.
 
Mit deiner eigenen Mini-Solaranlage schlägst du also drei Fliegen mit einer Klappe: Du sparst Geld, machst dich vom Strompreis unabhängig und reduzierst deinen ökologischen Fußabdruck. Natürlich passiert das nicht alles über Nacht. Daher wollen wir dir kurz und übersichtlich erklären, wie lange du genau warten musst, bis sich eine kleine und leichte Photovoltaik-Anlage für Balkon, Garten oder Wohnmobil wirklich lohnt.

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Kosten für Solaranlagen berechnen

Eine Mini-Solaranlage / Balkonkraftwerk kostet etwa 500–600 Euro, je nach Qualität. Du solltest die Kosten allerdings über einen gewissen Zeitraum und unter Berücksichtigung von Sparfaktoren wie Förderung, Standort, Ausrichtung, Stromverbrauch etc. berechnen.
 
Als normalisierten Wert verwenden viele den Preis pro Kilowatt Peak – was genau das ist, erfährst du hier. Entscheidend sind auch die Anzahl und Größe deiner Solarmodule. Hier findest du eine Kosten-Übersicht.

Kosten-Übersicht für unsere Solaranlagen

Wir bieten zwei Arten von Mini-Solaranlagen an: Klassische Komplettbausätze und ultraleichte Kits, speziell für Balkongeländer. Diese gibt es jeweils als 400 und als 800 Watt Version.   Bei optimaler Ausrichtung, Stromverbrauch von 4 Personen und durchschnittlicher Förderung rechnet (amortisiert) sich das Ganze nach guten 4 bis 5 Jahren. In der Tabelle siehst du, wie sich die Kosten der Balkonkraftwerke unterscheiden, und was die Haupteinflussfaktoren sind.

Kosten-Tabelle für ultraleichte Solarpaneele

Ultraleichte Paneele --- in WattWechselrichter / Inverter --- in WattSpeicher --- in kWhErzeugte Strommenge --- in kWh pro Jahr4 Personen verbrauchen pro Tag --- in kWhDurch Sonne erzeugten Strom --- in Tagen pro JahrErsparnis in Euro --- bei Strompreis von 35 ct/kWh
8008002,58801180 308,00 €
10008002,5110011100 385,00 €
12008005,0132011120 462,00 €
16008005,0176011160 616,00 €
20008005,0220011200 770,00 €

Kosten-Tabelle für klassische Solarpaneele

Klassische Paneele --- in WattWechselrichter / Inverter --- in WattSpeicher --- in kWhErzeugte Strommenge --- in kWh pro Jahr4 Personen verbrauchen pro Tag --- in kWhDurch Sonne erzeugten Strom --- in Tagen pro JahrErsparnis in Euro --- bei Strompreis von 35 ct/kWh
8208002,59021182 315,70 €
12308005,0135311123 473,55 €
16408005,0180411164 631,40 €
20508005,0225511205 789,25 €

Was kosten die Bestandteile einer Solaranlage?

Solarmodul

Je nach der Art und Qualität der Solarzellen kostet ein Solarmodul ca. 600 Euro pro kWp. Ein 400 Watt Solarmodul, welche oft in Mini-Solaranlagen und Balkonkraftwerken vorkommen, kann 100, aber auch über 1.000 Euro kosten. Genaue Zahlen sind schwer zu nennen, da unter anderem Materialpreise und Herstellungskosten schwanken. Außerdem gibt es enorme Qualitätsunterschiede.

Wechselrichter

Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in haushaltsüblichen Wechselstrom um. Abhängig von Qualität, Features und Größe kostet er ca. 100 Euro in der 300 Watt-, und ca. 130 Euro in der 600 Watt Version.

Hinweis:

Bei den Mini-Solaranlagen von Plug the Sunshine ist der Wechselrichter grundsätzlich im Komplett-Paket enthalten und verursacht keine Extrakosten. Weil bei Wechselrichtern der Marke Deye ein wichtiges Relais fehlt, bieten wir Geräte dieser Marke nicht an.

Strom-Messgerät
Ein Strom-Messgerät für kleine PV-Anlagen kostet ab 15 Euro und wird bei kleineren Anlagen bis 7 kWp nur optional eingesetzt. Es erfasst den Haushaltsstromverbrauch und die Einspeiseleistung in Echtzeit und übermittelt die Daten an ein intelligentes Energiemanagementsystem. Der Gesetzgeber hat Preisobergrenzen festgelegt. Die Kosten betragen bis 60 Euro pro Jahr bei einer installierten Leistung bis 7 kWp, bei einer installierten Leistung von 7 bis 15 kWp maximal 100 Euro pro Jahr.
Metallgerüst
Ein Metallgerüst für ein Balkonkraftwerk kostet etwa 80 Euro, wobei es durch Variantenvielfalt und Qualität unterschiedlichste Preise gibt. Bei unseren ultraleichten Solarmodulen, speziell für Balkongeländer, erfolgt die Befestigung mit dafür entwickelten Klettverschlüssen. Eine Metallkonstruktion erleichtert das Anbringen und ermöglicht eine optimale Ausrichtung von Solaranlagen. Bei Solaranlagen auf dem Dach ist es außerdem vorgeschrieben, ein Gerüst ab einer Arbeitshöhe von 3 m zu verwenden. Für Stecker-Solaranlagen / Balkonkraftwerke gilt das nicht, macht aber Sinn, beispielsweise auch am Boden, um die Sonneneinstrahlung besser nutzen zu können.
Montage (optional)
Es kostet etwa 300 Euro ein Solaranlage am Balkon o.ä. montieren zu lassen. Unsere Balkonkraftwerk-Set sind extra so konzipiert, dass du ohne Handwerker auskommst.

Jeder unserer klassischen Balkonkraftwerk-Bausätze enthält ein wetterfestes Metallträgersystem mit dem du die Solarmodule einfach in verschiedenen Winkeln (35°, 65° oder 90°) an deinem Balkon, Balkongeländer oder am Boden befestigen kannst. In jedem ultraleichten Balkonkraftwerk-Bausatz ist ein Träger für Wechselrichter und spezielle Kabelbinder für die einfache Befestigung der Solarpaneele am Balkongeländer enthalten.
 
Die Montage einer großflächigen Solaranlage auf dem Dach, inklusive Verkabelung, Sicherung, Anschluss an das Stromnetz und Inbetriebnahme einer 7,5 kWp-Anlage kostet übrigens zwischen 800 und 1000 Euro. Die genauen Kosten hängen von der Montageart und den Gegebenheiten vor Ort ab (Dachzugang etc.).

Steuer & Gewerbeanmeldung (nur für großflächige PV-Anlagen)

Seit dem 1. Januar 2023 gilt für private Solaranlagen ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent. Photovoltaik-Anlagen bis 30 kWp werden rückwirkend zum 1. Januar 2022 nicht mehr für die Einkommenssteuer berücksichtigt. Eine Steuer wird nur für großflächige Photovoltaik-Anlagen ab 10 kW fällig. Wie die Lage 2024 aussieht, ist zurzeit noch unklar. Eine Verlängerung der Steuerbefreiung wurde nicht angekündigt.

Wann amortisiert sich eine Solaranlage?

Mini-Solaranlagen rechnen sich nach etwa 4 bis 5 Jahren (siehe Tabelle oben). Dann hat sich deine Investition amortisiert. Wie schnell sich dein Balkonkraftwerk rechnet, hängt ab vom Anschaffungspreis, der Anzahl der Solarmodule, dem Strompreis, deinem Stromverbrauch, wie viel Förderung du bekommst und natürlich davon, wie gut deine Solaranlage positioniert ist.

Zum Solarrechner

Berechne mit wenigen Klicks, ob sich eine Mini-Solaranlage für dich lohnt. Hier geht’s zum Rechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Kosten für Mini-Solaranlagen minimieren

Du kannst dafür sorgen, dass dein Balkonkraftwerk möglichst optimal läuft.Dafür solltest du auf den perfekten Standort, die beste Ausrichtung, Schatten und deinen Stromverbrauch achten:

Standort

Die Sonneneinstrahlung variiert je nach Standort und spielt eine wesentliche Rolle für den Ertrag. In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung bei durchschnittlich 1.000 kWh/m², in Süddeutschland beträgt sie bis zu 1.200 kWh/m², in Norddeutschland hingegen nur 950 kWh/m². Auch die Anzahl der Sonnenstunden steigt, je weiter man sich im Süden befindet. Damit sich deine Mini-Solaranlage schnell amortisiert, reicht die Sonneneinstrahlung aber auch im Norden.

Ausrichtung

Eine Solaranlage erzeugt den meisten Strom bei einem Neigungswinkel von 35 Grad über dem Boden. Je weiter der Winkel abweicht, umso geringer die Leistung. Viele Balkonkraftwerke sind mit einem Winkel von 90 Grad – also flach außen am Balkongeländer – montiert und sind trotzdem ausreichend effizient, dass sich eine Anschaffung schnell rechnet.

Schatten

Photovoltaik-Anlagen jeder Größe sollten möglichst nicht, oder zumindest wenig, im Schatten von Gebäuden oder Bäumen stehen. Achte außerdem darauf, ob regelmäßig Laub auf deine Solarpaneele fällt und ob du die Module einfach und sicher reinigen kannst.

Stromverbrauch

Eine Photovoltaikanlage produziert nur dann Strom, wenn die Sonne scheint, den meisten in den Mittagsstunden. Der Stromverbrauch in Privathaushalten findet vor allem morgens, mittags und abends statt, In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung bei durchschnittlich 1.000 kWh/m² wobei die Spitzenlast von etwa 17.00–22.00 erfolgt. Obwohl damit eine unmittelbare – und damit optimale – Stromnutzung aus PV nicht gegeben ist, so zeigen unsere Erfahrungen, dass etwa 80–90 Prozent des Sonnenstroms auch verwendet werden, und nur 10–20 Prozent eingespeist werden. Je besser du also deinen Stromverbrauch an die Sonne anpassen kannst, desto höher deine Ausbeute.
 
Erhöhen lässt sich diese durch die Einbindung eines Stromspeichers, denn so kannst du den tagsüber produzierten Strom auch nachts für deinen Kühlschrank, die Gefriertruhe und so weiter nutzen.
 
Außerdem solltest du wissen, dass eine Balkon-Solaranlage nicht ausreicht, um deinen kompletten Strombedarf zu decken. Vor allem nicht im Winter. Deine Mini PV-Anlage deckt etwa 15–25 Prozent deines Jahresstromverbrauchs.

Kosten für Solaranlagen durch Förderung senken

Förderungen und Zuschüsse

Es gibt in Deutschland kein einheitliches Förderprogramm für Solaranlagen, nicht alle Bundesländer fördern den Kauf. Auch Kommunen bezuschussen mit unterschiedlichen Fördersätzen und -bedingungen. Welches Bundesland und welche Stadt oder Gemeinde wie hoch fördert, erfährst du hier.

Kredite

Der bürokratische Aufwand für Solaranlagen-Kredite ist recht hoch, kann sich aber richtig lohnen! Die KfW, einzelne Bundesländer und Energieversorger vergeben besonders günstige Kredite für nachhaltige Energieerzeugung. Da die KfW einen Kredit mit niedrigen Zinsen durch eine Bank zur Verfügung stellt, kann es bei kleinen Krediten sein, dass deine Bank entweder höhere Zinsen und / oder kürzere Laufzeiten veranschlagt oder gleich ganz abwinkt. Kredite lohnen sich also meist eher bei großflächigen Photovoltaik-Anlagen. Mehr über Solar-Kredite erfährst du hier.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein kWp (Kilowattpeak) misst, wieviel ein Solarmodul (theoretisch) maximal leisten kann. Gemessen wird unter Ideal- bzw. Standardbedingungen (u.a. ohne schwankende Sonneneinstrahlung) und macht verschiedene Solarmodule so vergleichbar. 1.000 Watt Nennleistung entsprechen 1 kWp. Unser klassischer Komplettbausatz Balkonkraftwerk 400 W hat z.B. 0,41 kWp.

Man spricht von Amortisation, wenn sich eine Investition bezahlt macht. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn dein Balkonkraftwerk durch seine geleistete Energie seit seiner Inbetriebnahme Stromkosten in der Höhe des Kaufpreises eingespart hat. Kostet deine Balkon-Solaranlage 1.000 Euro und du sparst im Jahr 200 Euro an Stromkosten ein, hat sich deine Anlage nach 5 Jahren amortisiert.

Nimmt man den durchschnittlichen jährlichen Energieertrag der Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter Fläche in Deutschland (zwischen 950 und 1.150 kWh/kWp), so würde eine 600 W Mikro-Solaranlage bei 1.150 kWh/kWp 0,69 MWh erzeugen. Eine durchschnittliche vierköpfige Familie verbraucht etwa 4,5 MWh Strom pro Jahr. Die Berechnung zeigt, dass eine Mini-Solaranlage / Balkonkraftwerk mit 0,69 MWh jährlich etwa 15 Prozent an elektrischer Energie einspart, in Deutschland sind das derzeit etwa 350 Euro. Da aber der Strom von Jahr zu Jahr teurer wird, steigt auch deine jährliche Ersparnis.